Der GRT Gedichtwettbewerb 2021 2/4

Hier folgt auch schon Teil 2 mit den letzten „Unglücklichen“. Sorry, ihr hattet zwar kein Losglück, aber dafür hatten wir viel Spaß mit euren Gedichten und hoffen, unsere Leser*innen haben ihn auch. Außerdem weiß ich genau, dass Tobias nicht noch mehr Rollenspielkram braucht (Moritz). Also los. Wir haben wieder alles vom schnuffeligen Elfchen über kleine Nonsens-Texte bis hin zum epischen Schlachtengesang.

7) von Fabian

Hier haben wir einen persönlichen Favoriten von Mhaire, wie ich aus gut unterrichteter Quelle weiß. Es gibt sogar eine Illustration dazu, ich weiß nur nicht, ob wie die Rechte besitzen, diese hier abzudrucken.

Das Gug-Gedicht  

Guck dir den Gug an,  

Ist der nicht schmuck, Mann?  

Hat überall Fell,  

Behäbig, nicht schnell.  

Mit Vertikal-Mund  

Ist stets er gesund.  

Vier Hände, zwei Arme,  

Lebt nicht im Schwarme.  

Der Einzelgänger  

Ist Menschenfänger,  

Fleischverdauer,  

Meistens sauer.  

8) von Lisa

Etwas SpliMo-Liebe. Ausgezeichnet. Hellblau geht immer! Danke, Lisa!

Die Würfel werden fallen 

Ein Mensch sprach einst „Gott würfelt nicht“ – so wurd‘ es mir gesagt, 

in meiner Welt, da gilt das nicht, denn schreite ich zur Tat, 

so hole ich die Würfel raus, zwei kleine, blaue Dinger, 

und voller Hoffnung nehm ich sie, sie gleiten durch die Finger. 

Ich halt mein Schwert fest in der Hand und schwinge nach dem Feind, 

die Chancen stehen ziemlich schlecht für mich, so wie es scheint. 

Allein zehn Seiten bleiben, meine Zukunft zu entscheiden, 

es wird sich zeigen: Sollte ich so Risiken bald meiden? 

In einer Welt da hoffe ich, dass dieser Wurf sich lohnt. 

In meiner Welt, da bete ich und blicke hoch zum Splittermond. 


9) von Tam

Kurz und schmerzlos. Aber dabei wirklich von berückender Schönheit. Ein Kleinod des Eskapismus!

Gamemaster bring uns fort  

Wieder zurück ins Traumland  

Dort wo Zuhause ist  

Tam 20.03.2021  

10) von Deluxe RPG Collector

Tja, das ist doch mal ein Teilnehmer, den ich gut kenne – und glaubt mir, diese Buchstaben und Worte sind aus den Tiefen seiner Seele geflossen. Ich präsentiere …

Ein Rollenspieler-Leben 

von Deluxe RPG Collector 

Im Jahre ’92 fing es an 

Der Seelensammler, DSA 

sogleich an der Nadel hing ich dran 

Rollenspiel jetzt und immerdar 

Die Gartenhütte als Spieleort 

Die jungen Recken steh‘n bereit 

wir plündern jeden Drachenhort 

Sommerferien heißt Spielezeit 

Jahrelang Das Schwarze Auge 

dann woll‘n wir langsam innovieren 

Ob nicht was anderes auch tauge 

wir werden Neues ausprobieren 

Es folgt das Spiel In Nomine 

ein echt gewagter Sprung 

Vorbei ist es nun mit Nedime 

was bleibt ist die Erinnerung 

Langsam geht das Sammeln los 

Cthulhu, KULT und Paranoia, 

Abwechslung schreibt man jetzt groß 

doch Regelwerke sind recht teuer 

Im Studium wird viel gespielt 

Orpheus und Mage heißt die Devise 

In Foren man sich unterhielt 

Start der großen Buchakquise 

Unmengen Regalböden füllen sich 

Limitierte Ausgaben bevölkern den Raum 

Pen and Paper ich liebe Dich 

die Sammlung nun ein Lebenstraum 

Knapp 30 Jahre Hobby: Rollenspiel 

So Nicht, Schurke infiziert jetzt uns‘re Kinder 

Meine Leidenschaft bleibt stets stabil 

Ich hoffe sie lieben es nicht minder 

 
 
11) von Florian

… und es wird nicht kürzer. Das nächste Gedicht ist nicht nur ein schnödes Gedicht, nein es ist ein Lied – das ihr sogar mitsingen könnt, da der Text auf ein bekanntes Lied aufgesetzt ist, also summt bitte alle beim Lesen leise mit. Florian leitet es kurz ein mit:

„Eine Parodie auf das Lied „Lichter“ von Adel Tawil.“

Das Leben in der sechsten Welt 

Florian K. 

Immer wieder durch Schatten 

mein Team wird verhaftet. 

Ich war am Rennen 

Und wurde vom Schmidt gekickt 

In Shadowrun sang Tobi für mich 

Vivien starb dort in meinen Armen durch die 

Cons. 

Ich war wie am Ertrinken in Kummer 

In dieser kaputten Neon-Welt 

Ich kündigte bei Renkraku 

Arbeitete in den Schatten 

Die AK war für ?n Tag mein Held 

Und jeder Con musste dran glauben 

Und ich steh im Funkenregen 

Brauch einen neuen Magier 

Lofwyr wird mich nicht mehr lieben 

Wenn die Feuerbälle fliegen. 

Ich war willkommen in Berlin, 

dem sprudelnden Lebensquell 

Mein persönlichen Jesus 

Hab ich den Schalldämpfer genannt 

Doch dann sah ich dich da 

Sah dich im kalten Regen 

Und du sagtest: Ich bin gerade gelandet 

Ich war am Ende der Seele angelangt 

War ein Verlierer Baby, doch dann 

Hielt ich deine Hand in meiner 

Und ich brachte dich dann ins Hotel 

Am Anfang war es nur ein kleiner Gefallen 

Doch dann hat sich echt was entwickelt 

In dieser echt kaputten Welt 

Wir stellten ein Team zusammen 

Und liefen dann in den Schatten 

Und wir steh`n im Funkenregen 

Hab jetzt eine Magierin 

Lofwyr wird uns nicht mehr lieben 

Wenn die Feuerbälle fliegen 
 

Die ersten durchgetanzten 

Und gelachten Nächte mit dir 

Sonnenaufgänge mit dir auf 

Berlins Wolkenkratzer 

Zusammen in die AR 

Und Kunst mit dir genießen 

Du hast mir das Licht gezeigt 

Wir liefen in den Schatten 

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