Vorstellung der Paketinhalte – Sicherheitstechniken

Thorsten Panknin und BeePeeGee präsentieren ein weiteres Goodie: Im Blog des Erzählspiel-Zines haben sie eine Übersichtskarte zu Sicherheitstechniken fürs Rollenspielen vorgestellt, die sie uns und euch ins Paket stecken.

Feuerlöscher, Rettungsringe oder Erste-Hilfe-Kästen hat man nicht, weil man das Haus abfackeln, in einem Tsunami schwimmen oder einen Unfall bauen will. Man hat sie, weil man im Haus einen Herd nutzen oder sorgenfrei Kerzen anzünden will, einen Segeltörn machen oder mit dem Auto irgendwo hinfahren will – möglichst ohne gefährliche Komplikationen. Feuerlöscher, Rettungsring oder Verbandkasten gehören dazu, nicht für den Alltagsgebrauch, sondern für Notfälle.

Die Sicherheitskarte

Notfälle können auch im Rollenspiel passieren. Überraschungen und unerwartete Entwicklungen – wohin das Rollenspiel läuft, ist oft nicht vorhersehbar. Unterschiedliche Themen können für unterschiedliche Menschen mehr oder weniger belastend sein, und manche Inhalte können traumatische Erinnerungen auslösen, selbst wenn der Auslöser harmlos wirkt. Es ist daher längst nicht immer möglich, im Vorhinein abzuschätzen, was ein Problem sein könnte (auch für die betroffene Person selbst). Das gilt umso mehr, wenn wir einige Menschen am Spieltisch nicht so gut kennen, wie z.B. bei Demo-Runden auf Cons (oder auf dem GRT…). Trotzdem möchten wir natürlich spielen können.

Dafür gibt es Sicherheitstechniken. Im Englischen Sprachraum wird schon seit längerem über „safety tools“ gesprochen, und mehrere Menschen haben „Werkzeuge“ für den Spieltisch entwickelt, die mehr Sicherheit geben sollen. Solche Werkzeuge stellt uns die Karte vom Erzählspiel-Zine vor. Es geht nicht darum, schwierige Themen zu unterdrücken, sondern im Gegenteil sollen sie helfen, einen geschützten Raum zu schaffen, in dem man Kontrolle darüber behält, ob und wie man sich solchen Themen stellen will.

Aber Sicherheitstechniken sind nicht nur sinnvoll, wenn ihr in Mordor spielt. Auch im Auenland oder Bruchtal kann ganz unerwartet schlimmer psychischer Stress entstehen.

Seelische Verletzungen sind komplexer, als wir meist denken.

Sicherheitstechniken allein genügen nicht, wenn ihr beabsichtigt traumatische Inhalte ins Rollenspiel einzubinden. Sie zu ignorieren wäre aber fahrlässig. Bitte nehmt psychische Gefahren ebenso ernst wie physische Gefahren, und sprecht sorgfältig in der Gruppe darüber, bevor ihr euch gezielt in ein Minenfeld bewegt!

Habt ihr schon Erfahrungen mit Techniken/Werkzeugen wie die X-Karte oder Brie Sheldon’s Script Change, oder anderen Tools?

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.